Das Gewölbe
Der Keller gehört vermutlich zur ursprünglichen Bebauung des Hopfenmarktes. Im Bereich der Schwaansche Strasse befanden sich mehrere Giebelhäuser, diese wurden zum Teil als Regentien genutzt, d.h. als Wohn- und Lehrgebäude für Studenten. Mit dem Barockpalais wurde 1714 unter der Leitung von Leonhard Christoph Storm die Keller dreier Giebelhäuser überbaut. Als 1750 der Barocksaal dazukam, waren insgesamt vier Gebäude und zwei Brauhäuser abgerissen und überbaut worden, von denen die Eckgebäude Buden zur Schwaansche Strasse besessen hatten. Ergo besteht der Studentenkeller aus mehreren Kellergewölben, über deren ursprüngliche Nutzung man bestenfalls spekulieren kann. Der Keller der erwähnten Brauhäuser waren vermutlich Schalander, d.h. Lagerräume für hopfen und Braugetreide.
Das Barockpalais selber ist zu Repräsentationszwecken vom Landesherzog genutzt worden, während die umliegenden Gebäude zum größten Teil zur Universität gehörten. Zur Zeit der Errichtung des Universitätshauptgebäudes im 19. Jahrhundert wurden die Bücher der Universität im Barockpalais zwischengelagert, möglicherweise auch im Keller. Dies könnte erklären, warum beim Ausgraben des Kellers 1967 – 1969 auch alte Bücher gefunden wurden. Vermutlich wurde der Keller während des 2. Weltkrieges mit Schutt verfüllt, um das Palais widerstandsfähiger gegen Luftangriffe zu machen.
Die Durchfahrt vom Hopfenmarkt zur Schwaansche Strasse wurde erst 1910 geschaffen. Auf der anderen Straßenseite stand damals das Amtsgericht. Zu DDR – Zeiten befand sich an dessen Stelle die Baracke der Staatsanwaltschaft und die Untersuchungshaft. Nach 1989 wurden diese Gebäude abgerissen und durch die Geschäftspassage Rostocker Hof ersetzt. Während auf der gegenüberliegenden Seite viel passierte, blieb das Aussehen des schlichten Barockbaus, in dem sich das Kellergewölbe befindet, fast unverändert, wenn man vom wechselnden Sanierungsgrad absieht.